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ASTRONOMISCHER RÜCKBLICK 2000

Das Jahr 2000 sollte mit einem astronomischen Großereignis beginnen, eine Totale Mondfinsternis stand an. Die SoFi vom August des Vorjahres noch in Erinnerung, fand nun auch der Rote Mond quer durch die Massenmedien gesteigerte Aufmerksamkeit. Zwar sollte das Ereignis am frühen Morgen stattfinden, allerdings zu einer Zeit, zu der viele, die früh zur Arbeit müssen, sowieso schon aufstehen. Als der 21. Januar dann da war, war die Enttäuschung groß: nicht nur der Mond war verfinstert, sondern gleich der ganze Himmel hüllte sich in Wolken. Zu den wenigen Glücklichen, die zumindest ein paar Blicke auf den verfinsterten Mond erhaschen konnten, gehörten wir hier in Bonn. Hier geht es zu unserem Bericht. Wie es anderen erging, erfahren sie in unserer Linksammlung.

In den folgenden Monaten gehörte der Abendhimmel den Planeten. Mitte Februar bildeten Merkur, Mars, Jupiter und Saturn eine langgezogene Kette, die den Verlauf der Ekliptik sehr schön nachzeichnete (Fotos von S.J.Richards). Wir sahen diese eindrucksvolle Konstellation an einem Sonntag-Abend von einer Raststätte an der A40 in Bochum aus (Ortsmarke für GoogleEarth).
Im Verlauf der nächsten Wochen rückten Mars, Jupiter und Saturn immer mehr zusammen; Anfang April hatte Mars schließlich den Jupiter eingeholt. Am 06.04. gesellte sich der Mond zu dem Planetentrio. Bei in fast ganz Deutschland klarem Himmel ließ sich wohl kaum ein Sternfreund diese seltene Konstellation entgehen (Fotos: Astro!nfo, Alexander Birkner, André Müller, Alexander Pikhard und vom 11.04.00 J.S.Richard).
Wir selber genossen das Schauspiel von den Versuchsfeldern der Universität in Bonn-Poppelsdorf aus (Ortsmarke für GoogleEarth), die mitten in der Stadt einen bequem zu erreichenden und halbwegs dunklen Beobachtungsplatz bieten. Die meisten machten es wohl wie wir und zogen sich an diesem kühlen Abend bald in die eigenen vier Wände zurück. Dass dies keine gute Entscheidung war, konnte man am nächsten Morgen erfahren: gegen Mitternacht hatte es die gewaltigsten Polarlichter über Mitteleuropa seit 10 Jahren gegeben. Via Internet hätte man vorgewarnt sein können, aber es fehlte einfach eine entsprechende deutschsprachige Seite. Aber nicht mehr lange: der Arbeitskreis Meteore (AKM) richtete sowohl eine Polarlichtwarnseite als auch ein Polarlicht-Forum und eine Polarlicht-Warnliste ein. Als am 15./16.07.00 erneut große Polarlichter über Mitteleuropa erschienen, profitierten bereits einige Beobachter von den neuen Seiten. Wir selber leider nicht, weil wir erst einige Tage danach auf die entsprechenden Links stießen. Bereits bei den nächsten Polarlicht-Ereignissen im September und November 2000 waren die Seiten des AKM zu einer festen Institution geworden. Insgesamt wurde in Deutschland im Jahr 2000 in 6 Nächten Polarlicht beobachtet und mit Fotos belegt (Übersichten von Thomas Saevert, Rainer Timm, Marc Vornhusen).

Der November brachte dann noch einen letzten Höhepunkt, nämlich den alljährlichen Auftritt der Leoniden. Zwar war für diese Jahr nur ein kleiner Meteorschauer vorhergesagt worden; der aber traf pünktlich ein und bescherte denjenigen, die klaren Himmel hatten, trotz des recht hellen abnehmenden Mondes zahlreiche Sternschnuppen. Für uns in Bonn bedeutete das eine Wolkenlückenjagd, die in Poppelsdorf mit dem ersten hellen Meteor begann und etwa anderthalb Stunden später am Eifelrand südöstlich von Euskirchen endete (Fahrstrecke für GoogleEarth). Kaum war ein akzeptabler Beobachtungsort erreicht, war das Wolkenloch auch schon wieder weitergezogen. Obwohl wir deshalb die meiste Zeit hin und her fuhren, war die Ausbeute ganz zufriedenstellend. Eine sehr helle Feuerkugel (heller als die Venus) sahen wir direkt vor uns aus dem fahrenden Auto auf der Landstrasse, die von Rheinbach nach Merzbach führt. Einige Links zu den Leoniden 2000 finden Sie im Leoniden.info.

Brachte das astronomische Jahr 2000 in Mitteleuropa nur wenige Höhepunkte, so gab es in anderen Gegenden doch ein paar bemerkenswerte Ereignisse. An erster Stelle ist natürlich die Totale Mondfinsternis vom 16.07.2000 zu nennen, die fast zentral verlief und daher eine der längsten überhaupt war (Linksammlung). In den vollen Genuss dieser Eclipse kamen Ostasien und Australien, zahlreiche Webcams (Liste) übertrugen das Ereignis. Die Bilder luden zwar langsam, und man musste sich in Geduld üben, aber immerhin brachen nicht alle Übertragungen zusammen.

Neben den beiden MoFis brachte 2000 noch sage und schreibe 4 SoFis, die freilich alle partiell waren. Gab es von der ersten SoFi am 05.02.00 (Antarktis) wenigstens im Nachhinein noch ein Foto, so ist uns von der zweiten am 01.07.00 (Patagonien) nur ein Vorbericht bekannt. Die SoFi am 31.07.00, übrigens die dritte Finsternis in einem Kalendermonat, war bei Sonnenaufgang in Skandinavien, gegen Mitternacht in der kanadischen Arktis und bei Sonnenuntergang im nordwestlichen Nordamerika zu beobachten, wo auch einige hübsche Fotos entstanden (Linksammlung). Dank des Reiseberichts von Olivier Staiger und seiner gelungenen Liveübertragung aus Baffin Island war diese SoFi auch für den Internet-User ein Genuss, für den man aber so gegen 4 Uhr morgens aufstehen musste.

Am frühen Abend des ersten Weihnachtstages konnte man sich durch die zahlreichen amerikanischen Webcams zappen, die die sogenannte "Christmas Eclipse" übertrugen. Natürlich waren auch diesmal durch die hohe Zahl von Zugriffen die Ladegeschwindigkeiten extrem gering, auf einige Cams war etwa ab Mitte der Finsternis gar kein Zugriff mehr möglich. Da diese SoFi um die Mittagszeit eines Feiertages in den gesamten USA zu sehen war, fand sie viel grössere Aufmerksamkeit als die anderen 3 Sonnenfinsternisse des Jahres 2000, wie die sicherlich nicht vollständige Linksammlung zeigt. Übrigens war dies das erste astronomische Ereignis, zu dem wir eine kleine Linksammlung anboten und damit die Grundlage für Himmelsereignisse.info und andere Infoportale legten. Unsere ersten astronomischen Reiseseiten - zunächst nur mit einer Info-Seite und einigen Reiseangeboten zur totalen SoFi 2001 - waren Mitte Mai 2000 online gegangen. Ab September wurden diese Seiten dann nach und nach ausgebaut und zum Jahresende 2000 stand das Grundgerüst von Astronomische-Reisen.de* und Eclipse-Reisen.de.

* Astronomische-Reisen.de wurde damals als eigenständiges Portal aufgebaut; inzwischen ist es als Unterbereich Bestandteil von Eclipse-Reisen.de.