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ASTRONOMISCHER RÜCKBLICK 2001

Wie schon 2000 und 1999 (Halbschatten-MoFi am 30.01.99) begann das Jahr mit einer in Mitteleuropa sichtbaren Mondfinsternis. Wieder waren die Wetterprognosen schlecht. Doch am Abend des 09.01.01 klarte es vielerorts auf, und die Totale MoFi konnte in ihrem gesamten Verlauf beobachtet werden, so auch in Bonn (Bericht). Eine hochliegende dünne Nebelschicht verursachte zum Ende der Finsternis eindrucksvolle Haloerscheinungen. Im Internet sorgte die MoFi für Hochbetrieb. Bis zu den Leoniden im November 2002 sollte es der Tag mit den höchsten Zugriffsraten auf unsere Internet-Seiten bleiben. Unsere erst sehr kurzfristig ins Netz gesetzte Ergänzungsseite stand dem kaum nach.

Wie im Vorjahr kam nach der MoFi die Zeit der Planeten. Merkur, Venus, Saturn, Jupiter - das war die langgezogene Planetenkette, die Ende Januar am Abendhimmel zu bewundern war (Foto von Alexander Pikhart). Unser Standard-Beobachtungsplatz auf den Feldern in Poppelsdorf (Ortsmarke für GoogleEarth) bewährte sich erneut, auch bei der zweiten Abendsichtbarkeit des Merkur Mitte Mai. Tief am Westhimmel war er zusammen mit Jupiter zu beobachten (Berichte und Fotos Foto von Alexander Pikhart).
Ab Juli verlagerte sich das Geschehen an den Morgenhimmel. Venus zog nacheinander an Saturn und Jupiter vorbei (Fotos von S.J.Richard und noch einmal sowie von Stefan Stumpf). Den sommerlichen Abendhimmel dominierte derweil Mars, der aber zum Leidwesen der Fernrohrbeobachter bei seiner günstigen Opposition sehr tief im Süden stand.
Ende Oktober/Anfang November bot sich Frühaufstehern ein bemerkenswerter Anblick: Merkur und Venus in weniger als 2 Vollmonddurchmessern Abstand (Foto aus Essen von Helmut Metz). Wir beobachteten diese Konstellation am Morgen des 03.11.01 vom Bonner Kreuzberg (Ortsmarke für GoogleEarth) aus.

Am 03.11.01 und am 01.12.01 standen dann Mond und Saturn im Blickpunkt, denn der Erdtrabant lieferte 2 Bedeckungen des Ringplaneten. Konnte das erste Ereignis bei klarem Himmel in den meisten Gebieten Mitteleuropas verfolgt werden (Links zu Berichten), so war beim zweiten Mal leider durchweg "Wolken bedecken Mond und Saturn" zu vermelden. Entsprechend kurz ist unsere Linkliste.
Zwischen die beiden Saturnbedeckungen fiel der diesjährige Auftritt der Leoniden. Leider spielte das Wetter nicht mit, aber Beobachter in den Hochlagen der Mittelgebirge und der Alpen sahen zahlreiche eindrucksvolle Feuerkugeln. Einige Links zu diesem Ereignis finden Sie hier. Die grossen Meteorschauer aber gingen wie vorhergesagt über den USA und in Ostasien bzw. Australien nieder. In einigen Massenmedien war das aber nicht so klar herausgestellt worden, wie viele Fragen zeigten, die in den Astroforen gestellt wurden. Überhaupt war das Interesse trotz des katastrophalen Wetters in Mitteleuropa überraschend groß, wie die hohen Klickraten auf unsere Seiten in den Tagen um den 18. November dokumentierten. Auch unsere wiederum erst spät fertig gestellte Zusatzseite erfreute sich großer Beliebtheit.

2001 war für uns in Mitteleuropa das Jahr der Polarlichter. Vor allem dank der Aktivitäten des Arbeitskreises Meteore wurden nun auch schwächere Polarlichter registriert. Aus insgesamt 19 Nächten liegen Polarlichtmeldungen aus Deutschland vor (Übersicht mit unzähligen Links von Rainer Timm, Fotolinksammlung von Thomas Sävert). Besonders eindrucksvolle Erscheinungen gab es am 31.03./01.04.01, am 11./12.04.01, am 21./22.10.01, am 22./23.10.01 und am 05./06.11.01. Wir selber beobachteten hier in Bonn das Polarlicht in der Nacht vom 21. auf den 22.10.01, wiederum auf den Feldern in Poppelsdorf.

Trotz der unvermeidlichen Probleme mit den Unbilden des Wetters bot 2001 uns Mitteleuropäern also viel reichere astronomische Kost als das Vorjahr. Dass die partielle MoFi am 05.07.01 den Australiern und Ostasiaten und die Halbschatten-MoFi am 30.12.01 den Amerikanern vorbehalten blieben, dürfte angesichts der geringen Beachtung, die diese Ereignisse selbst in den genannten Gegenden erfuhren, hierzulande kaum jemandem aufgefallen sein. Eher neidete man den Ländern um den Pazifik schon die Leonidenschauer am 18./19.11.01. Einige wenige reisten auch nach Australien oder Südkorea, um dem himmlischen Feuerwerk beizuwohnen (Links zu Berichten).
Es waren wiederum die Nordamerikaner, denen in der Weihnachtszeit, am 14.12.2001, eine partielle SoFi beschert wurde. In Costa Rica und im Süden Nicaraguas war diese Finsternis ringförmig. Offensichtlich fanden aber nur sehr wenige "Eclipsophile" aus Mitteleuropa den Weg über den großen Teich. Aus den USA kamen mehrere kleine Reisegruppen mit spezialisierten Unternehmen. Doch leider endete diese SoFi für viele Beobachter mit der Feststellung: clouded out. Was - wohl auch wegen des diesmal eher geringen Interesses in den USA und Europa - hervorragend klappte, war das Live Streaming, das wir am späten Abend des 14.12.01 problemlos im Internet verfolgen konnten. Eine umfangreiche Linksammlung zu diesem Ereignis finden Sie hier.

Das herausragende Ereignis des Jahres war natürlich die "Schwarze Sonne über Afrika" am 21.06.2001. Das Interesse war riesengroß, und bei uns im Reisebüro verging fast kein Tag mehr ohne entsprechende Reise-Anfrage. Noch Anfang Juni wurden die letzten Buchungen getätigt.
Überraschend gut bewältigten die afrikanischen Länder, in erster Linie Zambia, den Ansturm der SoFi-Fans, von denen viele aus dem benachbarten Südafrika kamen. Abgesehen von einigen Orten in Madagaskar war der Himmel überall klar. Eine Unmenge von Reiseberichten werden durch eine Linksammlung erschlossen.
Nicht unerwartet ging im Internet am Mittag des 21.06.2001 gar nichts mehr. Es war reine Glückssache, ob man irgendein Livebild zu sehen bekam (lesen Sie dazu auch unseren Bericht). Auch andere Seiten, zum Beispiel unsere noch am Morgen des Finsternistages aktualisierte Linkseite, erfreuten sich regen Zuspruchs. Den Platz in der ersten Reihe hatten aber nicht die Internet-User, sondern die Zuschauer von CNN und n-tv. Beide Sender hatten sich relativ kurzfristig zu einer Übertragung aus Lusaka entschieden.